Jugendliche brauchen gezielte Hilfe, um in den Beruf zu starten

Abschlussprüfung an Haupt- und Werkrealschulen: Caritas bittet Betriebe, weniger leistungsstarke Schüler einzustellen

Stuttgart/Freiburg, 22. Mai – In dieser Woche legen die Haupt- und Werkrealschüler im Land nach Deutsch und Mathe ihre Prüfung in Englisch ab. Obwohl die Lage am Ausbildungsmarkt als “traumhaft” beschrieben wird, ist nicht klar, ob diese Schüler im Herbst mit einer Ausbildung beginnen können. Denn laut Agentur für Arbeit waren im April mehr als 25.000 Bewerber im Land, die jünger als 21 Jahre alt waren, erfolglos auf Lehrstellensuche. Gut 16.000 von ihnen haben einen Hauptschulabschluss. Daher erneuert die Caritas in Baden-Württemberg ihren Appell an die Betriebe, gezielt auch weniger leistungsstarke Schüler einzustellen und sie durch spezielle Unterstützungsangebote an den Arbeitsmarkt zu bringen. “Viele Betriebe sehen es schon heute als ihre soziale Aufgabe an, jungen Menschen, die es schwer haben, eine Chance zu geben”, so die Caritasdirektoren Prälat Wolfgang Tripp (Stuttgart) und Monsignore Bernhard Appel (Freiburg). Dies sei gleichzeitig ein wirkungsvoller Schritt der Ausbildungsbetriebe, um dem beklagten Fachkräftemangel vorzubeugen.

Eine Möglichkeit der Unterstützung stellt die intensive Begleitung der jungen Menschen beim Übergang von der Schule in den Beruf dar. Bei dem Caritas-Projekt “Chancen-Pool Bodenseeregion” im Landkreis Ravensburg kümmern sich etwa Karrierebegleiter um Hauptschüler. Von der Entwicklung eines individuellen Karriereplans bis hin zu Kontaktaufnahme mit potenziellen Ausbildungsstellen erhalten junge Menschen Hilfe. Bisher konnten schon viele Schülerinnen und Schüler erfolgreich in eine Ausbildung vermittelt werden.

Das Caritas Bildungszentrum Freiburg wiederum bietet für Schülerinnen und Schüler von Förder- und Hauptschulen eine “Motivationstreppe” in Form einer gestuften Ausbildung an. Die Jugendlichen absolvieren eine zweijährige Ausbildung zum Beispiel zum Maschinenführer oder zur Verkäuferin in einem Betrieb und haben dann die Möglichkeit zu entscheiden, ob sie die volle Facharbeiter-Ausbildung noch anhängen wollen oder mit dem bereits erworbenen Abschluss auf Arbeitssuche gehen. Das Caritas Bildungszentrum handelt dies zuvor mit den Ausbildungsbetrieben vertraglich aus und begleitet die Schulabsolventen von der Bewerbung bis zum Abschluss der Ausbildung.

Die Caritas in Baden-Württemberg macht erneut auf die Möglichkeit der Ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) aufmerksam: Um weniger leistungsstarke Azubis vorwärtszubringen, können die Betriebe bei diesem Programm eine spezielle Förderung bei der Agentur für Arbeit beantragen. Diese Hilfen gewähren jungen Menschen während ihrer Ausbildung fachliche Unterstützung in Form von Nachhilfe und sozialpädagogischer Begleitung. Die Caritas-Direktoren Prälat Wolfgang Tripp und Monsignore Bernhard Appel sehen in den abH eine gute Möglichkeit, um das fachliche Wissen und die persönliche Entwicklung der Jugendlichen zu fördern.

Als Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche vertritt die Caritas in Baden-Württemberg über 3.900 Einrichtungen mit mehr als 180.000 Plätzen in unterschiedlichen Hilfefeldern, in denen 59.000 Mitarbeiter/innen tätig sind.

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